15.01.2011 - Platz 2 in der Porsche 997 Cup-Klasse und P12 im Gesamt bei 24h Dubai

Das 24h-Rennen von Dubai war noch nie so hochkarätig besetzt wie bei seiner 6-ten Auflage in diesem Jahr. So gingen insgesamt 86 Fahrzeuge mit Teams und Fahrern aus 38 Ländern an den Start . Unter anderem kamen Profis wie Bernd Schneider, 5-facher DTM-Meister, Kurt Thiim, ebenfalls DTM-Champion wie auch Christopher Haase, GT3-Europameister und Peter Kox, frisch gebackener ADAC GT Masters-Gesamtsieger, zum Einsatz. Insgesamt konnten 22 verschiedene Fahrzeugmarken in der Startaufstellung gezählt werden, wobei die Mercedes-Benz SLS AMG GT3 bei ihrem 24h-Debut besondere Aufmerksamkeit auf sich zogen.

In der Startaufstellung versammelten sich die Fahrer Valentin Hummel, Stefan Müller, Andreas und Matthias Weiland des Autoweiland.de-Teams am Fahrzeug, um dem Startfahrer Jörg Viebahn die Zeit vor dem Start zu vertreiben. Alle Fahrer fuhren übrigens mit den neuartigen, durch Luftzirkulation kühlenden Fahreranzügen VentSuit von Autoflug.

Für Valentin, mit 19 Jahren einem der jüngsten Fahrer im Feld, gab es noch die letzten Glückwünsche vom Vorsitzenden des Dubai Autodrome, Saeed Khalfan, bevor die 24h-Jagd begann.

Den Start von Platz 37 in der Startaufstellung fuhr Jörg Viebahn, der hinter dem mit  insgesamt 24 für den Gesamtsieg in Frage kommenden, hochkarätigen Feld, direkt Plätze gut machen konnte.

Als er nach 44 Runden routinemäßig beim Boxenstopp auf Stefan Müller übergab, hatte er zwischenzeitlich den auf Startplatz 26 gestarteten und in der Porsche 997-Cup-Klasse im Qualifying schnellsten Mitbewerber, den Besaplast-Porsche, überholt. Während dem Stint von Stefan hatte das Team dann grosses Glück, als ein Seat Leon ein Rad verlor, aber der Weiland-Porsche nicht getroffen wurde und unversehrt vorbei kam.

Nach Stefan Müllers Stint von 43 Runden war dann Valentin an der Reihe. Valentin stieg bei Sonnenuntergang ein und fuhr dann in die Nacht, was nach dem Start eine der schwierigsten Rennabschnitte eines 24-Stunden-Rennens ist.

Trotz seiner 19 Jahre gilt Valentin nach vier 24h-Rennen  jedoch schon als erfahrener 24h-Pilot und hatte folglich auch keine Probleme damit und machte weiter Plätze gut. Nach kurzer Zeit konnte er auch seine Linie auf das geänderte Setup des Porsche abstimmen und konstant schnelle Rundenzeiten fahren, wobei er mit seiner 2.12,469 Min. der zweitschnellste Pilot im Team war.  Nach Valentin war Andreas Weiland an der Reihe, der wie jeder Pilot vor seinem Stint erst einmal an die Tankstelle musste.

Allerdings war dieser schon nach 23 Runden zurück an die Box gekommen, weil sein Trink-system nicht funktionierte und er dehydriert war. So übernahm Matthias Weiland früher als geplant das Fahrzeug für seinen ersten Stint.

Valentins nächster Stint startete um 3:40 Uhr nachts. Alles funktionierte einwandfrei, bis Valentin in Kurve 13, einer sehr schnellen Linkskurve, zwei die Strecke blockierenden Seats ausweichen musste und dabei ein Styroporschild am Streckenrand mitnahm, was sich mit zusätzlichen 4 Sekunden bei der Rundenzeit bemerkbar machte, die Windschutzscheibe reißen und die Spoilerlippe vorne brechen ließ. In Folge dessen hatte Valentin für den Rest seines Stintes starkes Untersteuern, wofür er dann mit seiner schnellsten Runde in diesem Stint von 2.12,73 Min. jedoch noch beachtlich schnell war.  Beim Boxenstopp nach 46 Runden wurde die Spoilerlippe schnell ersetzt, was eine zusätzliche Standzeit von 2,5 Min. bedeutete. Leider war hier schon die Fahrzeit von Valentin beendet, denn er teilte sich den Fahrerplatz mit Stefan Müller. Anschliessend ging Matthias Weiland noch auf Platz 1 in der Klasse liegend, wieder auf die Strecke zurück. Nach 35 Runden riß ihm aber der Keilriehmen und das Team fiel durch eine Reparatur von 20 Minuten auf den 2. Platz in der Klasse zurück. Im Anschluß fuhr dann wieder Jörg Viebahn, als beim nächsten Boxenstop auch noch ein ausserplanmäßiger Bremsbelagwechsel hinten notwendig wurde, der weitere 4,5 Minuten Zeitverlust mit sich brachte.

Anschliessend lief der Porsche bei den noch ausstehenden Stints von Andreas und Matthias Weiland sowie Jörg Viebahn problemlos, jedoch konnten die Reparaturzeiten im verbleibenden Rennen nicht mehr aufgeholt werden. Zu allem Überfluß war in den Morgenstunden auch noch ein Sandsturm aufgekommen, der sich aber nach etwas mehr als einer Stunde wieder legte. 

Im zweitletzten Stint versuchte dann Jörg Viebahn den di Lorenzi-Porsche noch im direkten Wettbewerb in einen Fehler zu treiben, was ihm aber nicht gelang.

 

In der 526-ten Runde von insgesamt 554 Runden fuhr er dann noch demonstrativ mit einer 2.10,439 Min. die schnellste Rundenzeit des Fahrerteams am Tag,  In der Nacht war Jörg mit einer schnellsten Runde von 2.11,683 Min. ebenfalls der schnellste Fahrer im Team gewesen, dicht gefolgt von Valentin mit 2,12,469 Min., 2.14,393 Min. von Stefan und  einer 2.14,632 Min. von Matthias. Schlußendlich musste sich das Team dem de Lorenzi-Porsche geschlagen geben, war aber trotzdem überglücklich über das Besteigen des Podiums.  

Platz 2 in der Klasse und der 12. Platz im Gesamt von 86 gestarteten Fahrzeugen ist ein großer Erfolg für das ganze Team und die Fahrer. Von den 8 gestarteten Cup-Porsche waren nur 3 Fahrzeuge am Ende noch regulär im Rennen, die anderen alle durch Unfall oder technischen Defekt stark zurück oder ausgefallen. Wie fahrerisch anspruchsvoll das Rennen in Dubai durch 20 Starter mehr gegenüber letztem Jahr geworden war zeigt sich an den insgesamt 9 Code 60-Phasen und den 14 weniger gefahrenen Runden zum Vorjahr beim Gesamtsieger. Insgesamt überfuhren am Ende nur 64 Fahrzeuge die Ziellinie. 

Nach dem Rennen wurde dann noch ein bisschen mit dem Team gefeiert, Anschliessend ging Valentin zum Abendessen in die Mall of the Emirates direkt an der Skihalle, bevor er schon wieder auf den Flieger zurück nach Deutschland musste.

Schlussendlich hat Valentin nun fast 100 Runden Porsche 997-Erfahrung und einen tollen Erfolg mehr in seiner jungen Rennsportkarriere dazu bekommen. Herzlichen Glückwunsch!