12.11.2011 - Platz 7 bei Auslands- und Schotter-Premiere mit der WRC Academy in Wales

Zum gelungenen Saisonabschluss stand mit dem Start bei der Rallye Wales in Großbritannien für Valentin Hummel und Katja Geyer noch einmal ein echtes Highlight auf dem Programm – als Teilnehmer der FIA WRC Academy konnten beide mit einem soliden 7. Platz von 17 Teams aus aller Welt bei ihrer Auslandspremiere glänzen. 17 WPs an 3 Tagen mit über 1.000 km Gesamtdistanz und einem überwiegenden Schotteranteil waren jedoch eine ganz andere Herausforderung, ebenso wie das Academy eigene Rallyeauto, ein Ford Fiesta R2 von M-Sport. Nach einer ganzen Saison mit dem BMW 120d Coupe war der Fiesta mit Vorderradantrieb ebenfalls eine neue Erfahrung.

 

FIA WRC Academy 2011

Bereits am Sonntag Abend begann mit einem ersten Pre-Recce Briefing eine arbeitsame Woche, jedoch war dies auch eine gute Gelegenheit, bereits alle Fahrer der Academy persönlich kennenzulernen und es ergaben sich erste interessante Gespräche. Offen und hilfsbereit wurden Valentin und Katja im Team der Junioren WM empfangen und die Koordinatoren kümmerten sich explizit um die neuen Crews im Team, um den Ablauf und die wichtigsten Fragen zu klären.

Montag und Dienstag gab der straffe Zeitplan bei der Besichtigung der WPs überwiegend den Ton an, danach standen noch die Dokumenten- sowie die Technische Abnahme auf dem Programm. „Meet your Team“ bot zudem am Dienstag Abend die Gelegenheit, das eigene Serviceteam kennenzulernen und sich mit dem Fiesta vertraut zu machen.

Ford Fiesta R2  #122 - V. Hummel / K. Geyer

Am Mittwoch morgen begann ein 4-stündiges Training auf einer 3 km langen Test-WP, bei dem die Crews die Möglichkeit hatten, unter ähnlichen Bedingungen wie bei der eigentlichen Rallye zu trainieren und das Setup des Autos zu optimieren. Besonders für Valentin, der wenig Erfahrung auf Schotter und mit einem frontgetriebenen Fahrzeug hat, war dies die entscheidende Chance, sich auf die Rallye vorzubereiten. Aufgrund des einsetzenden Regens ließ sich hier bereits abschätzen, wie sich Streckenbeschaffenheit und Fahrzeugverhalten ändern können. Beide fühlten sich sofort wohl im Fiesta und wurden zunehmend vertrauter mit dem Fahrzeug und dem losen Untergrund, so dass am Ende bereits konstante Rundenzeiten gelangen. Im Anschluss folgten am Mittwoch noch einige Pressetermine, Fotoshootings und kleinere Interviews im Rahmen der WRC Academy.

SS13/16 Sweet Lamb

Am Donnerstag fiel endlich der Startschuss zur ersten Etappe mit insgesamt 3 WPs und auf WP1/2, der einzigen Asphaltprüfung an diesem Wochenende, entlang der Küste von Llandudno, blieb man nur wenige Sekunden hinter der Bestzeit. Auf WP3 gaben beide ihr Schotterdebüt bereits im Dunkeln, wobei Fahrzeugsetup und Scheinwerfereinstellung für den nächsten Tag noch optimiert werden mussten.

SS12/15 Hafren

Am Freitag holte dann das typisch walisische Wetter mit Regen und Nebel alle Rallyeteilnehmer ein und der Großteil der 8 WPs versprach unter rutschigen und feuchten Bedingungen viel Arbeit für die Fahrer. Dunkelheit und Sichtweiten unter 10 Metern erschwerten den Teams besonders die letzte WP, so dass hier ohne entsprechende Erfahrung in der Röhrl’schen Fahrweise keine gute Zeit drin war. Inmitten der beeindruckenden mittelalterlichen Burganlage von Cardiff lag an diesem Abend der Overnight Parc Fermé, jedoch nahmen die meisten Crews eher unbesehen den direkten Weg ins Bett. Auf durchschnittlich 5 bis 6 Stunden Schlaf und wenig Zeit zum Durchatmen sollte man sich bei einem WM-Lauf lieber gleich einstellen…

SS13/16 Sweet Lamb

Der klare Sonnenaufgang versprach am Samstag bessere Bedingungen und entgegen aller Erwartungen blieben Regen und Nebel an diesem Tag fern. Die erste Sektion mit 3 der insgesamt 6 WPs verlief an diesem Tag reibungslos, nach den WPs und im Service beantworteten beide eifrig die interessierten Fragen der Journalisten und freuten sich über die zahlreichen Zusprüche. Hochmotiviert und zunehmend vertraut mit Schotter und Auto wollte Valentin in der letzten Sektion noch einmal richtig loslegen, jedoch zwangen die massiv beschädigten Strecken vielerorts zu Rücksichtnahme. Obwohl beide in einigen WP-Sektionen bereits Top 3 Zeiten in der Academy erreichen konnten, war es beiden aufgrund des gebrochenen und damit defekten 3. Gangs auf den letzten WPs nicht vergönnt, noch ein paar Glanzpunkte zu setzen.

Am Ende waren aber alle stolz und zufrieden mit einem 7. Platz innerhalb der 17 besten Teams aus aller Welt und einer gelungenen Auslands- und Schotterpremiere. Gefeiert wurde anschließend nationaltypisch in einem walisischen Pub, wo beide nicht nur den Fahrerkollegen, sondern auch allen Verantwortlichen der WRC Academy für eine lehrreiche und sehr spannende Woche dankten.