20.05.2012 - Valentin Hummel beim 24h-Rennen am Nürburgring im Ziel

Nach bislang 5 Teilnahmen bei einem 24h-Rennen entschied sich Valentin kurzfristig zu seiner 3. Teilnahme an der größten deutschen Sportveranstaltung, dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring, teilzunehmen. Das Team seiner Wahl natürlich Sorg Rennsport  aus Wuppertal mit seinem BMW 325i E92 Coupé. Bei diesem Team war Valentin früher schon mehrfach gefahren und nicht nur mit der sehr familiären und freundlichen Atmosphäre hoch zufrieden, sondern auch mit der absolut professionellen Vorbereitung des Fahrzeugs und dessen Einsatz. Auch die Fahrerkollegen Philipp Leisen, Dominik Greb, und John Black  waren Routniers auf der Nordschleife und machten Hoffnung auf ein erfolgreiches Rennwochenende.

Beim ersten Training stellte Valentin eine zu weiche Abstimmung auf der Hinterachse fest, die Philipp dann bestätigte. Die beiden langsameren Fahrer wollten die Hinterachse aber noch weicher abstimmen, so dass entschieden wurde, diesen Wunsch umzusetzen, um diese schneller zu machen.

Valentin durfte im 1. Qualifying als erster seine 2 Nacht-Pflichtrunden drehen und auf Zeitenjagd gehen. Mit einer 10:30.221 Min. setzte er die erste Bestzeit in der Klasse V4. Mit der noch weicheren Abstimmung war er aber überhaupt nicht glücklich. Anschließend verbesserte Philipp die Zeit auf 10:19.125 Min., welches den Anspruch auf Platz 1 des Teams in der Klasse V4 nachdrücklich untermauerte. Die beiden anderen Piloten waren mit der weicheren Abstimmung langsamer als im freien Training und stimmten einer erneuten Abstimmungsänderung in Richtung hart zu, welches Philipp und Valentin sehr freute.  Um diese neue Abstimmung zu testen, ging Valentin kurz vor Ende des Qualifying nochmals auf die Strecke, blieb aber mit einer defekten Benzinzufuhr auf der Strecke stehen. Bis das Fahrzeug in die Box geschleppt war, war das Qualifying beendet. Die wenigen Meter Fahrt hatten jedoch schon ausgereicht, um die neue Abstimmung als gelungen zu bestätigen.

Beim 2. Qualifying verzichtete Valentin auf eine erneute Zeitenjagd, um den beiden langsameren Kollegen auf jeden Fall genug Runden Zeit zu geben, sich mit dem neuen Setup vertraut zu machen. Da keiner der Mitbewerber die Zeit vom Vortag toppen konnte führte Platz 1 in der Klasse zu einem Startplatz in Reihe 12 der 3. Startgruppe.

Den Start durfte Philipp fahren, denn er hatte die beste Qualifyingzeit gefahren. Nach dem Start setzte sich Philipp schnell von den anderen Mitbewerbern ab und kontrollierte auf Platz 1 liegend die Klasse V4. Nach einer Stunde hatte er dann schon einen Vorsprung herausgefahren und verzeichnete mit einer 10:32.957 Min. die schnellste Rennrunde der ersten Rennstunde in der Klasse. Als 2. Fahrer war dann Valentin an der Reihe. In seiner 7. Runde fuhr er mit einer 10:30.662 Min. die dann schnellste Rennrunde in der Klasse. Diese Rundenzeit konnte keiner im Team und von den Mitbewerbern in den ersten 11 Stunden des Rennens unterbieten, bis Valentin seine eigene Rundenzeit nachts in der 12. Stunde des Rennens mit einer 10.30.345 Min. selbst unterbot. Vorher war der Teamkollege aber von einem Aufhängungsbruch heimgesucht worden und verlor bei der Reparatur in der Box 20,5 Min. und fiel auf Platz 3 in der Klasse zurück.

Nach Halbzeit kam es dann mit einem Getriebeschaden noch dicker. Der Einbau eines Ersatzgetriebes in den Morgenstunden dauerte 1h22Min. und lies den Traum vom Platz auf dem Podium platzen. Als das Rennen wieder aufgenommen werden konnte fand man sich auf Platz 7 wieder. Dies hielt Philipp am Morgen aber nicht davon ab, die beste Rennrunde von Valentin aus der Nacht nochmals um 1 Sek. auf 10:29.056 Min. zu verbessern. Bis Valentin um ca. 11.15Uhr wieder ans Steuer sollte ereilte das Team mit einem Reifenschaden abermals das Defektschicksal und dieser Schaden kostete nochmals 20 Minuten wertvoller Zeit. Als Valentin bei seinem letzten Stint nochmals zum Angriff auf die schnellste Rennrunde der Klasse V4 blasen wollte hatte das Fahrzeug kein ABS mehr sowie einen merklichen Leistungsverlust zu beklagen. 

 

Trotzdem erreichte das Team dann nach 24:02.51,419 Std. auf Platz 85 von 169 Startern und Platz 6 in der Klasse von 10 Startern überglücklich das Ziel. Bei einer Ausfallquote von 35% eine respektable Leistung. So galt insbesondere dem Serviceteam von Sorg Rennsport der Dank der Fahrer, denn diese hatten den Defektteufel erfolgreich bekämpft und letztendlich obsiegt.

Valentin nach dem Rennen nachdenklich: "So viele sehr viel schnellere GT3-Fahrzeuge sind noch nie beim Fahren zu berücksichtigen gewesen.  Schon bei einem harmlosen Rempler fliegt bei denen ein Carbon-Splitter ab und verursacht bei den nachfolgenden Fahrzeugen Reifenschäden. Im Rennen sind wir mit dem BMW einen Schnitt von bis zu 160km/h und Spitzengeschwindigkeiten von 245km/h gefahren. Da ist ein Reifenschaden schon lebensgefährlich. Die GT3 fahren einen Schnitt von über 200km/h und Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 285km/h. Wenns da kracht, dann helfen nur noch Schutzengel. Es hat viele Unfälle gegeben, die alle glimpflich abgegangen sind und es war eine fantastische Veranstaltung, die aber aus meiner Sicht am Limit angelangt ist. Nachts fuhr ich mit dem seriennahen BMW 325i die selben Rundenzeiten wie ein Amateur auf einem Porsche 997 Cup-Fahrzeug. Die Profis fahren Nachts meist schnellere Rundenzeiten als Tags, da mehr Sauerstoff in der Luft ist und die Motoren deshalb mehr Leistung haben. Die Amateure werden aber um 10-20% langsamer. Wenn die GT3 noch schneller werden, dann muss es deshalb auch ein Qualifying mit einer zu erreichenden Mindestzeit je Fahrer bei Nacht geben, sonst wird die Geschwindigkeitsdifferenz zu groß und es für alle Beteiligten zu gefährlich."