28.09.2008 - Valentin Hummel steht beim AvD race weekend in Monza (I) vier Mal auf dem Podest

Der erst 17 Jahre alte Bergrennfahrer Valentin Hummel fuhr beim AvD race weekend in Monza (I) sein erstes Rundstreckenrennen in seiner noch jungen Rennfahrerkarriere. Am Freitag morgen, vor dem Start des Rennbetriebs, besichtigte er mit dem Fahrrad die ihm unbekannte Strecke und inspizierte die am Berg nicht vorzufindenden und damit unbekannten Curbs. Bei der ersten morgentlichen Testfahrt am Freitag auf dem Rennsportwagen PRC-Honda (CN bis 2000ccm) der Div. 2 noch auf Regenreifen unterwegs

Walter Pedrazza (1. v.l.) mit Valentin Hummel (im PRC-Honda)

wurden dann für die zweite Testfahrt schon die Slicks montiert und die ersten Trainingseinheiten unter der kundigen Hand vom Teamchef des PRC-Werksteams, Walter Pedrazza, ohne besondere Vorkommnisse beendet. Am Spätnachmittag kam dann für den ersten Piloten und Eigentümer des PRC-Honda, Christian Bösch (A), das Qualifying für die 3 Rennen der SCC (Sports Car Challenge) am Samstag.



Christian Bösch (A) im PRC-Honda

Nachdem er drei gezeitete Runden gefahren war gab es wegen eines Unfalls eine Gelbphase und er kam in die Box zurück, stieg aus dem Rennwagen aus und überließ dem Youngster für den Rest des Qualifyings das Fahrzeug.

Durch den Bergrennsport trainiert, konnte er sofort vollkonzentriert Spitzenzeiten fahren und erreichte in seiner letzten Runde von drei noch möglich gewordenen dann mit einer 1:57.683 Min. die drittbeste Zeit der Division 2 und die zwölftbeste Zeit im Gesamtklassement. Das war die Überraschung des Tages. Daraufhin berieten sich Pedrazza und Bösch und kamen zu dem großzügigen Schluß, Valentin Hummel das erste Rennen in der SCC am Samstag fahren zu lassen. Während die Mechaniker des PRC Werksteams noch emsig die Rennsportfahrzeuge vorbereiteten zog sich der Youngster schon um 21 Uhr in sein Nachtlager zurück, denn er wollte ausgeschlafen seine bislang größte Aufgabe im Motorsport angehen.



Pünktlich um 10.55 Uhr reihten sich am Samstag dann die Rennsportfahrzeuge und GTs in der Boxengasse auf.


Bei trockenem aber kaltem Wetter wurde dann das erste Rennen der SCC um 11 Uhr gestartet.

 

Der Youngster hielt sich bei seinem ersten Rundstreckenrennen von Anfang an aus allen Scharmützeln heraus und münzte seinen dritten Startplatz in der Division 2 clever in einen dritten Platz in der Division 2 und Platz 12 im Gesamtklassement um. Trotzdem war es für ihn keine Spazierfahrt, denn er hatte sich in der ersten Runde einmal verbremst und den Vorderreifen einen Bremsplatten beschert, der sich während des gesamten Rennens durch starke Vibrationen bemerkbar machte. Bei der Siegerehrung stand der Debutant dann in sich gekehrt und überglücklich auf dem Podest.

Valentin Hummel (1.v.r.) auf P3 in R1

Nach dieser Glanzleistung entschieden Christian Bösch und Walter Pedrazza, Valentin Hummel auch das zweite Rennen der SCC fahren zu lassen. Leider waren die vorderen Reifen des PRC-Honda nicht mehr zu gebrauchen und es gab nur noch einen Satz neuer Reifen, der aber für das 100 Meilen Rennen am nächsten Tag zum Einsatz kommen sollte. Walter Pedrazza zeigte sich großzügig und mit großem Vertrauen in seinen Piloten und ließ dennoch den neuen Satz Slicks montieren. So stellte sich der Newcomer um 15.30Uhr erneut zum Start für das 2. Rennen der SCC an diesem Tag auf.

Vom Start weg hängte er sich gleich hinter Mirco Schultis im blau-gelb-weissen PRC-Honda und ließ die schnellsten Porsche 911 GT hinter sich. Im Laufe des Rennens lieferten sich Hummel und Schultis ein beherztes sportlich faires Rennen, wobei Valentin Hummel mit einer 1:53.909 Min. die zweitschnellste Rennrunde in der Division 2 fuhr, wieder Platz 3 in der Klasse belegte und sich auf Platz 9 im Gesamtklassement von 26 Rennsportwagen wiederfand.

Valentin Hummel (1.v.r.) auf P3 in R2

Den bei der Siegerehrung erhaltenen Pokal schenkte er dann aus Dankbarkeit Christian Bösch, der für ihn auf das Rennfahrzeug und den Start verzichtet hatte.

Christian Bösch und Valentin Hummel

Im Anschluß wurde er vom Teamchef gefragt, "ob es denn noch a bisserl schneller ging", worauf Hummel verschmitzt nickte. So ließ man ihn auch das dritte und letzte Rennen der SCC an diesem Wochenende fahren, damit er dies unter Beweis stellen könne. Die im letzten Rennen in der Division 2 vor ihm platzierten Rennfahrzeuge nebst Fahrern standen nun direkt vor ihm.

Vom Start weg entwickelte sich ein harter Kampf um Position 2 in der Div. 2 zwischen Schultis und Hummel, im Rahmen dessen auch über Curbs geräubert wurde. Leider hielt das Material von Schultis dieser Beanspruchung nicht stand und er fiel mit Aufhängungsbruch aus. Bedauerlich auch deshalb, denn angespornt durch diesen Zweikampf fuhr Hummel in diesem Rennen mit einer 1:53.164 Min. seine beste Rundenzeit vom gesamten Wochenende, was mit Platz 2 in Div. 2 und Platz 8 von 23 gestarteten Fahrern belohnt wurde. Die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit von Valentin Hummel betrug 184,3km/h bei einer Spitze von 265km/h.

Valentin Hummel (1. v.l.) auf P2 in R3

Im Anschluß fand dann noch ein gezeitetes Training für das 100 Meilen-Rennen am nächsten Tag statt, welches dann von Christian Bösch gefahren werden sollte und wurde.

Nach solch einem erfolgreichen Tag schmeckte die Pasta und der Fisch im italienischen Restaurant besonders gut, bevor sich alle Akteure dann schon wieder früh zurückzogen um für das Qualifying am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein.

Der Rennsonntag empfing alle Akteure mit strahlendem Sonnenschein und pünktlich um 9.30Uhr ging die Jagd nach der schnellsten Zeit und der besten Startposition los. Da Valentin am Vortag schon die besseren Zeiten des Teams Bösch/Hummel gefahren war oblag es ihm, die Jagd aufzunehmen. Da sich nunmehr 46 Fahrzeuge auf der Strecke befanden gab es keine einzige Runde, in der er ohne Behinderung fahren konnte. Trotzdem konnte er mit einer 1:53.971 Min. die beste Zeit in der Div. 2 fahren und das Fahrzeug auf Startplatz 5 im Gesamtklassement stellen. Nach einem guten Mittagessen im Restaurant an der Strecke konnte es losgehen. Das Team hatte sich im Vorfeld darauf geeinigt, daß Valentin Hummel den ersten Teil des Rennens fährt und anschließend Christian Bösch als zweiter Fahrer. So startete Hummel um 15.36Uhr ins Rennen. In der ersten Kurve fing der Fight mit Mirco Schultis dann schon an, wobei Valentin Hummel nachgab. Als er dann aus der ersten Runde zurück auf Start/Ziel kam hatte er jedoch die Nase in der Div. 2 vorne. In den folgenden Runden konnte er sich zunehmend von Schultis absetzen und den direkt vor ihm fahrenden Div. 1-Fahrzeugen folgen. In der 13. Runde fiel dann der Gesamtführende durch Unfall aus und eine Safetycar-Phase begann. Nachdem diese vorüber war kam Valentin Hummel als Gesamtführender aus der Runde nach dem Restart zurück, was in der Box für großes Staunen sorgte. Diese Führung konnte er 7 Runden lang verteidigen, bevor er zum Fahrerwechsel in die Box kam. Christian Bösch fuhr von Hummels Leistung angespornt bessere Zeiten als je zuvor, verbremste sich dabei aber leider einmal, drehte sich und kollidierte mit dem Schultis-Wagen. Trotzdem brachte er den Wagen noch ins Ziel und damit auf Platz 3 in der Div. 2 und Platz 5 im Gesamtklassement. Eine fantastische Leistung für das Fahrerteam. Nebenbei sei noch erwähnt, daß Hummel mit einer 1:54.204 Min. über 1,2 Sek. schneller als die Gesamtsieger Schultis/Payr in ihrer schnellsten Rennrunde war.

Christian Bösch und Valentin Hummel (v.r.) P3 in Div. 2 beim AvD 100 Meilen-Rennen, Monza ´08

In der Box wurde dann anschließend auf den tollen Erfolg angestoßen und Valentin Hummel bedankte sich bei Walter und Emanuel Pedrazza und dem gesamten PRC-Team sowie seinem Gönner Bösch, die wesentlich zu diesen Erfolgen beigetragen haben. In 4 Rennen 4 Mal auf dem Podest. Kaum zu glauben aber wahr!

Valentin Hummel, 4 Rennen - 4 Mal auf dem Podest, AvD race weekend Monza ´08