16.05.2010 - Im Ziel angekommen beim 24h-Rennen am Nürburgring 

Nachdem Valentin Hummel schon letztes Jahr der jüngste Fahrer im Feld des 24h-Rennens auf der berüchtigten Nürburgring Nordschleife war, fuhr er dieses Jahr auf einem BMW 320d Rapsöl wieder als jüngster Fahrer der zur Marcel Manthey-Trophy (Fahrer bis 21 Jahre) genannten Fahrer mit.  

Als am Donnerstag Abend vor dem Rennen in Erfahrung gebracht werden sollte, ob Valentin abermals der jüngste Fahrer im Feld sei, kam zufällig heraus, dass Valentins Teamkollege Douglas Allen aus Aspen (USA) mit beachtlichen 76 Jahren der älteste Faherer im Feld ist. Somit war das Auto mit der Startnumme 173 das 4-Generationen-Team, bestehend aus Douglas Allen (76) Paul Martin Dose (55) Bernd Kleeschulte (40) und Valentin Hummel (19), was zu jeder Menge Interesse von Seiten der Medien führte. So waren alle 4 Fahrer auch zu Besuch bei den Clubmitgliedern des DSK im DSK-Zelt in der Müllenbachschleife, wo Clubpräsident Dr. Ziegahn das außergewöhnliche Quartett vorstellte und ein kleines Interview mit jedem machte.

Donnerstags war das Wetter sehr ungemütlich und kalt, mit Nieselregen und Temperaturen zwischen 3 und 8°C. Das 1. Zeittraining in der Nacht musste 1:30h vor Schluss, genau zu dem Zeitpunkt, als Valentin fuhr, wegen Nebels abgebrochen werden. Beim Qualifying am Freitag war es dann auch nicht ganz trocken und so fiel die Entscheidung, ob man mit Regenreifen oder Slicks fahren sollte, sehr schwer. Valentin startete als erster in dieses 2. Zeittraining und fuhr bei seiner ersten gezeiteten Runde mit Slicks gleich eine 10:40min, was 20 Sekunden schneller als die Qualifyingzeit vom lezten Jahr war. Am Ende des Zeittrainings erlangte die Startnummer 173 Startplatz 4 von 11 in der Klasse D1T und hatte begründete Hoffnungen auf das Podium. So ging man auch voller Hoffnung an den Start, der von Fahzeugbesitzer Bernd Kleeschulte gefahren wurde.  Vor dem Start stellten sich die 4 Fahrer dann nochmals im Kreis auf, gaben sich die Hände und wünschten sich gegenseitig Glück und gutes Gelingen. 

 

Zu Beginn der Einführungsrunde vor der ersten Kurve stieg jedoch schon blauer Qualm am Heck des gelb-blauen, mit Rapsöl befeuerten Rennfahrzeugs auf, was der dunkle Vorbote der späteren Motorprobleme sein sollte.

Während im ersten Stint von Bernd noch keine Probleme offensichtlich wurden, stieg Valentin als 2. ein, allerdings nicht für die Dauer, die geplant war. Zu Beginn der 2. Runde schaltete der Motor in das Notprogramm und Valentin musste mit gedrosselter Leistung langsam zurück zur Box fahren. Nachdem dort kein Fehler festgestellt wurde, fuhr Valentin erneut los, allerdings trat der selbe Fehler nach einer halben Runde erneut auf. Beim erneuten Besuch in der Box wurde dann festgestellt, dass die Kurbelwelle Längsspiel im Axiallager hatte, was einen Motorschaden darstellt. Das hatte einen Motorwechsel und eine 6-stündige Zwangspause für die Fahrer von ca. 17:30 bis 23:30 Uhr zur Folge. Danach kam Douglas an die Reihe, der dann alsbald von Valentin für den Nachtstint von 1 bis 3 Uhr abgelöst wurde. Trotz der ermüdenden Fahrt war die Nacht für Valentin mit einem kurzen Schläfchen von 4 bis 7:30 Uhr nur sehr kurz.

Neben dem Fahren ist für einen professionellen Rennfahrer auch die Arbeit mit den mit den Medien sehr wichtig, damit die Fans auch hautnah an dem Geschehen Teil haben können. So war Valentin 3 Mal beim Streckensprecher zum Live-Interview, wurde bei Radio Nürburgring erwähnt und hatte Interviews mit dem Fernsehen, was sicherlich auch mit der interessanten Fahrerpaarung bezüglich des Alters zu Tun hatte.

Der Ersatzmotor, der in der Nacht unter starkem Leistungsverlust zu kämpfen hatte, wurde in den Morgenstunden dann wieder fit gemacht. Kaum hatte der Motor jedoch wieder Leistung stieg die Wasser- und Öltemperatur in gefährliche Höhen, was durch ein leckendes Kühlsystem verursacht wurde. Das Risiko eines Motorschadens war unter diesen Umständen zu groß und so blieb das Auto die letzten Stunden in der Box bis kurz vor Schluss Paul Martin Dose, der Fahrer, der bisher am wenigsten zum Fahren gekommen war, zur letzte Runde und Zieldurchfahrt losfuhr.

Die Zielankunft mit 57 gefahrenen Runden reichte jedoch leider nicht für die Wertung, wofür 50% (77 Runden) der Distanz des Siegers (154 Runden) notwendig gewesen wäre. Insgesamt kamen nur 123 Fahrzeuge von 197 gestarteten in Wertung ins Ziel. Die schnellste Rennrunde des Rapsöl-BMWs war in Runde 8 mit 10.37, 847 Min., was einer Durchschnitts-geschwindigkeit von 143,2 km/h entspricht. Im Vergleich zum Klassensieger, dem neuen Peugeot RCZ, mit einer schnellsten Runde von 10.23,294 Min. und einer Durchschnittsgeschw. von 146,57km/h konnte der mit alternativem Kraftstoff betriebene BMW (noch) nicht ganz mithalten.

Resumée aus diesem Rennen ist, dass man auch mit 76 Jahren noch konkurrenzfähig ist und auch mit alternativem Kraftstoff Rapsöl, und damit umweltschonend, Rennsport betreiben kann.